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Das Karl-Liebknecht-Stadion (kurz: KarLi) ist ein Fußballstadion im Potsdamer Stadtteil Babelsberg. Es dient als Heimspielstätte das SV Babelsberg 03 sowie des 1. FFC Turbine Potsdam.

Lage und Ausstattung

Die Spielstätte befindet sich im Norden des Potsdamer Stadtteils Babelsberg. Begrenzt wird sie im Westen und Norden durch die Allee nach Glienicke und den sich daran anschließenden Park Babelsberg, im Osten durch die Karl-Liebknecht-Straße und im Süden durch ein Wohngebiet. Neben dem eigentlichen Hauptstadion befinden sich noch zwei weitere Trainingsplätze auf dem Stadiongelände. Das Stadion hat ein Fassungsvermögen von 10.499 Zuschauern, die sich auf 1.472 Sitz- und 9.027 Stehplätze verteilen.

Geschichte

Bereits zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts wurde am Rande des Babelsberger Parks Fußballsport betrieben. Im Jahr 1924 schließlich legten die Mitglieder des Sportvereins Concordia Nowawes 06 auf dem Gelände des heutigen Stadions den Sportplatz an der Priesterstraße an.[1] Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Bis 1947 waren die gröbsten Schäden jedoch weitgehend beseitigt. Zwei Jahre später qualifizierte sich die BSG „Märkische Volksstimme“ Babelsberg (später Rotation Babelsberg) für die DDR-Oberliga, wodurch weitere Sanierungs- und Ausbauarbeiten am inzwischen in Karl-Liebknecht-Sportplatz umbenannten Stadion nötig wurden.

Nach dem Abstieg Rotations aus der Oberliga 1958 sowie mehreren sportpolitischen Umstrukturierungen im Babelsberger Fußball in den 1960er Jahren (u.a. wurde Rotation zum neugegründeten SC Potsdam delegiert, dessen Mannschaft später von der BSG Motor Babelsberg übernommen wurde) gab es im Karli zeitweise weder Erst- noch Zweitliga-Fußball zu sehen.

Anfang der 1970er Jahre bildete sich die Initiative zum Bau eines neuen Stadions, der in den Jahren 1974/1975 auch realisiert wurde. Am 10. Juli 1976 wurde das neue Karl-Liebknecht-Stadion offiziell mit der Partie der Fußballolympiaauswahl der DDR gegen die BSG Motor Babelsberg eingeweiht. Die Zuschauerkapazität betrug damals noch 15.000 Plätze. Sie wurde nur ein einziges mal vollkommen ausgenutzt, nämlich beim Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel zwischen der DDR und Malta 1977, was auch heute noch der offizielle Zuschauerrekord ist. Im Laufe der Jahre wurde die Zuschauerkapazität immer wieder reduziert. So wurden für die Regionalligapartie am 9. Juli 2001 erstmals nach 24 Jahren alle verfügbaren Karten verkauft, was aber „nur noch“ eine Zuschauerzahl von 14.700 bedeutete.

Im Jahr 2002 wurde das Stadion gründlich saniert und mit einer in Deutschland einzigartigen Flutlichtanlage bundesligatauglich gemacht. Die Flutlichtmasten können nach Spielende eingeklappt werden, um so die Sichtachse vom Flatowturm auf die Stadt nicht zu behindern, da der angrenzende Babelsberger Park zum Weltkulturerbe gehört. Die Kapazität sank durch diese Umbaumaßnahmen auf 9.254 Zuschauer, stieg durch neue Auszählungen der Plätze dann aber wieder auf 10.499.

Nutzung

Seit seiner Einweihung 1976 diente das Stadion dem SV Babelsberg 03 bzw. dessen Vorgängerverein BSG Motor Babelsberg als Heimstadion. Außerdem trug die Frauenfußballabteilung der BSG Turbine Potsdam, aus der später der 1. FFC Turbine Potsdam hervorging, hier ihre Spiele aus. Darüber hinaus fanden im Karl-Liebknecht-Stadion auch internationale Vergleiche statt. Neben dem bereits oben erwähnten Spiel der DDR gegen Malta, wurden hier im November 1983 das Olympiaqualifikationsspiel zwischen der DDR und Norwegen (1:0 vor 8.500 Zuschauern) sowie im Mai 1985 ein weiteres WM-Qualifikationsspiel der ostdeutschen Nationalelf gegen Luxemburg (3:1 vor 9.000 Zuschauern) ausgetragen. Außerdem trat die DDR-Frauennationalmannschaft im Karli zum ihrem ersten und einzigen Länderspiel am 9. Mai 1990 an. Die 0:3-Niederlage gegen die CSSR lockte damals jedoch nur 800 Zuschauer. Ein weiteres Highlight im Frauenfußball war das Finalhinspiel im Europapokal der Frauen zwischen Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt am 20. Mai 2006.

Aktuelles

Im Jahr 2007 prüfte die Stadt Potsdam, ob im Rahmen der DFB-Bewerbung für die Frauenfußball-WM 2011 ein Stadionneubau im Potsdamer Stadtteil Waldstadt finanzierbar und durchsetzbar wäre. Eine Machbarkeitsstudie plädierte für den Erhalt des traditionsreichen Karlis. Ein Neubau käme die Stadt Potsdam ca. 20 Millionen Euro teurer. Fans des SV Babelsberg 03 hatten trotzdem die Aktion „Pro Karli“ ins Leben gerufen und informierten auf ihrer Homepage über aktuelle Entwicklungen im Stadionstreit. Nach der Ablehnung des Bewerbungsantrags als Spielstätte der Frauenfußball-WM wurde die Möglichkeit eines kompletten Neubaus von Oberbürgermeister Jann Jakobs ausgeschlossen. Die jetzigen Planungen gehen von einer Renovierung des Karl-Liebknecht-Stadions aus, auch in Hinblick auf die laufende Regionalligazeit des SV Babelsberg.

In der Sommerpause 2009 sollen unter anderem aus dem Schotterplatz hinter der Gegengeraden ein Kunstrasenplatz entstehen sowie das Tribünendachdach renoviert und eine Rasenheizung installiert werden. Finanziert werden sollen diese Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II mit ca. acht Millionen Euro.

Weblinks

  1. Geschichte des Vereins Concordia Nowawes 06, kleine Anfrage der Fraktion Die Andere an die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam vom 30. Juni 2004.

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